Heidelbeeren gesund und lecker

Heidelbeeren gesund

Die kleinen blauen Beeren sind nicht gerade eine Modefrucht. Zu Unrecht: Heidelbeeren schmecken köstlich und gesund. Die Früchte bereichern unsere Küche und unseren Garten. Es lohnt sich, sich ausführlicher über dieses Obst zu informieren. Wir zeigen euch, dass Heidelbeeren gesund sind und schmecken.

Heidelbeeren botanisch eingeordnet

Heidelbeeren (Vaccinium) gehören als Gattung zur Familie der Heidekrautgewächse (Ericaceae). Die klassische Heidelbeere (Vaccinium myrtillus) ist eine Art dieser Gattung. Im deutschen Sprachraum nennen die Menschen sie auch Heubeere, Moosbeere, Zeckbeere, Bickbeere, Waldbeere, Wildbeere, Mollbeere, Schwarzbeere oder vor allem Blaubeere.

Mehrere Hundert Arten der Gattung existieren auf der Erde. Sie wachsen mehrheitlich auf der nördlichen Halbkugel. Heidelbeeren gedeihen auf Sträuchern, die in der Natur zehn bis 60 Zentimeter hoch werden. Aus der amerikanischen Heidelbeere leiten sich die im Handel erhältlichen Kulturheidelbeeren ab. Sie sind deutlich größer als europäische Wildbeeren, besitzen helles Fruchtfleisch, schmecken weniger aromatisch und sind länger haltbar.

Darum sind Heidelbeeren gesund

Heidelbeeren sind kalorienarm und bringen eine ganze Menge gesunder Inhaltsstoffe mit. Sie enthalten reichlich Vitamin A, C und E. Bei den Mineralstoffen glänzen sie mit hohen Anteilen an Kalium, Eisen, Folsäure, Phosphor und Zink. Gerbstoffe wie Proanthocyanidine, Farbstoffe aus der Gruppe der Anthocyane, Flavonoide, Triterpene, Iridoidglykoside und organische Säuren runden die Liste der Wirkstoffe aus Sicht der Heilkunde ab. Die Früchte bestehen je nach Sorte zu rund 85 Prozent aus Wasser.

Aus gesundheitlicher Sicht gilt den Anthocyanen (Delphinidin, Petunidin, Malvidin und Cyanidin) besonderes Augenmerk. Diese Farbstoffe geben einerseits den Beeren die typische Farbe, andererseits stehen sie im Ruf, vielen Krankheiten und Beschwerden entgegen zu wirken. Besonders hoch ist der Anteil dieser Farbstoffe in Wildheidelbeeren. Menschen verwendeten deren Saft früher zum Färben von Textilien. Anthocyane gehören zu den Antioxidantien. Sie absorbieren freie Radikale und senken das Krebsrisiko. Diese spezifischen Farbstoffe vermindern zudem die Gefahr, dass sich Blutgefäße verengen und wirken gegen Arteriosklerose.

Die Gerbstoffe in den Heidelbeeren wirken keimtötend und hemmen Entzündungen. Studien sprechen den Früchten positive Einflüsse auf die Gedächtnisleistung im Alter, den Gehirnstoffwechsel sowie den Cholesterinwechsel zu. Tägliches Verzehren von Heidelbeeren erhöht die Insulinsensibilität und beugt Diabetes vor. Seit jeher regulieren Menschen in der Volksmedizin mit den Früchten ihre Verdauung. In getrockneter Form gelten sie als klassisches Hausmittel gegen Durchfall. Frische Beeren wirken im Gegensatz dazu sanft abführend.

Im traditionellen Volksgebrauch kommen die Blätter der Heidelbeere ebenfalls zum Einsatz. Sie gelten als blutzuckersenkend. Manche Menschen versprechen sich, damit Entzündungen, Probleme mit dem Kreislauf oder Beschwerden im Magen-Darm-Bereich zu lindern. Nichts davon ist ausreichend bewiesen. Frage am besten den Arzt oder Apotheker, falls Du Heidelbeerblätter als Arznei zu verwenden gedenkst.

Heidelbeeren in der Küche

Seit Jahrhunderten gehören Heidelbeeren zu den beliebten Kultur- und Naturpflanzen in der nördlichen Hemisphäre. Menschen haben zahlreiche Mittel entwickelt, um frische Beeren während der Saison zu konservieren. Aus den Früchten entstehen Säfte und Sirups, für die Erwachsenen Liköre und Weine. Konfitüren und Chutneys machen das Obst lange haltbar.

Küchenklassiker zum Verarbeiten frischer Beeren (oder Früchten aus der Tiefkühltruhe) sind Kompott, Eis, Kuchen, Klöße oder Pfannkuchen mit Heidelbeeren. Im Internet findest Du zum Zubereiten Tausende traditionell alpenländische und moderne Rezepte.

Heidelbeeren im Garten

Immer mehr Gartenfreunde entscheiden sich, Heidelbeeren im eigenen Garten, am Balkon oder im Wintergarten zu züchten. Den Anfang machen dabei Samen, Stecklinge oder Topfpflanzen. Die meisten Sorten schätzen einen sauren Boden mit einem pH-Wert zwischen 3,5 und 4,5. In möglichst durchlässiger sowie kalkarmer beziehungsweise kalkfreier Erde gedeihen die Beeren am besten. Die Sträucher bevorzugen einen sonnigen und windgeschützten Standort. Gibt es keinen Garten für Beete, ist auch das Aufziehen in einem großen Topf möglich. Ausreichend Abzugslöcher im Behälter vermeiden, dass sich darin die Nässe staut.

Heidelbeeren brauchen regelmäßig und gleichmäßig Wasser. Die Früchte sind in der Zeit vor der Ernte besonders durstig. Weiches Regenwasser schätzen Heidelbeeren am meisten. Die Pflanzen sind selbstfruchtbar. Wer den Ertrag verbessern möchte, pflanzt andere Sorten oder Sträucher in die Nähe. Es ist notwendig, die Pflanzen ausreichend zu düngen. Im Frühjahr, noch bevor sie neu austreiben, ist ein guter Zeitpunkt für den ersten Dung. Rindenmulch, Sägespäne oder Rasenschnitt haben sich in der Praxis bewährt. Nicht geeignet für Heidelbeeren ist Stallmist.

Es empfiehlt sich, Heidelbeerpflanzen jährlich fachgerecht zu schneiden. Damit fördert der Hobbygärtner, dass junge Triebe sich bilden und regelmäßig eine reichliche sowie qualitativ hochwertige Ernte entsteht. Krankheitserreger haben weniger Chancen, auf altem oder totem Holz zu überwintern. Nicht nur Menschen schätzen Kulturheidelbeeren im Garten, auch die Vögel lieben sie. Ein engmaschiges Netz – lückenlos über die Pflanzen gespannt – verhindert, dass unsere gefiederten Freunde die Sträucher plündern, bevor die Früchte noch richtig reif sind.

Es kann ein Spaß für die ganze Familie sein, Heidelbeeren gemeinsam mit den Kindern zu pflücken. Wer weniger Geduld beim Ernten hat, hat am besten einen Heidelbeerkamm (auch Blaubeerkamm oder Raffel genannt) zur Hand. Dabei handelt es sich meist um einen Holzkasten mit aufliegendem Kamm. Dieser Rechen hält Zweige und Blätter zurück, während die Beeren im Behälter landen. Traditionelle Geräte dieser Art finden sich auf vielen Handwerks- und Flohmärkten im Alpenraum.

Heidelbeeren kaufen

Die Saison für frische Heidelbeeren ist je nach Region zwischen Ende Juni bis hinein in den September. Beim Wandern oder Spazierengehen findest Du mit Glück Heidelbeeren in Wäldern oder Höhenlagen. Modern denkende Landwirte haben Heidelbeerfelder angelegt, wo Du Deine Heidelbeeren selber pflücken kannst. Wer faul ist, kann dort Heidelbeeren bereits im Körbchen kaufen.

Supermärkte bieten Heidelbeeren frisch oder als Tiefkühlware kann. Frische Heidelbeeren eignen sich hervorragend als gesunder Snack für zwischendurch. Tiefgekühlte Ware ist praktisch zum Kochen und Backen. Getrocknete Heidelbeeren kannst Du online bestellen. Sie eignen sich zum Naschen oder als Beigabe in ein Müsli. Falls Du damit eine Süßspeise für ausschließlich Erwachsene zubereiten möchtest, kannst Du sie wie Rosinen vorher in Rum, Grappa oder Weinbrand einweichen.

Fazit

In jeder Jahreszeit gehören Heidelbeeren zu einer bewussten und kulinarisch wertvollen Ernährung. Gleichgültig, ob selbst gepflanzt oder in den unterschiedlichsten Formen gekauft: Die blauen Wunderbeeren machen viel Freude.

Video: Heidelbeeren [Gesunde Lebensmittel – Folge 18]