Holunder gesund

Ist Holunder gesund?

Holunder – ein Medizinschrank der Natur

Holunder ist eine der bekanntesten Pflanzen in Europa. Die Heilkraft des Schwarzen Holunder ist schon seit Jahrtausenden bekannt. Bereits Hippokrates hielt große Stücke auf die Wirkung dieser Pflanze. Bei den Kelten galt er als heiliger Baum und die Germanen weihten ihn ihrer Göttin Holda (Frau Holle). Seit vielen Jahrhunderten gilt die Pflanze als ausgezeichnetes Hausmittel bei einer Vielzahl von Krankheiten.

Die Menschen waren überzeugt, dass er Sitz von guten Hausgeistern war. Sie scheuten sich daher einen Holunderstrauch zu fällen, um kein Unglück heraufzubeschwören. Wenig verwunderlich also, dass der Holunderstrauch heute noch in vielen Gärten anzutreffen ist und häufig in der Nähe von Häusern gepflanzt wurde. Seit jeher wird er gepflegt, verehrt und genutzt

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Weit verbreitete Heilpflanze in ganz Europa

Beim Holunder handelt es sich um eine heimische Pflanze, die zur Gattung der Geißblattgewächse zählt. Ursprünglich aus Nordamerika kommend, ist der Strauch mittlerweile in Europa weit verbreitet. Er zählt längst zu den heimischen Pflanzen und ist fast überall anzutreffen. Allein in der Österreich (Steiermark) wird schwarzer Holunder auf einer Fläche von über 1.000 ha kultiviert. Mit dieser Menge werden rund 50 % des weltweiten Bedarfs an Kulturholunder abgedeckt. Die Nachfrage nach diesem Multitalent ist groß.

Zwergholunder ist giftig

Es gibt weltweit etwa 20 Arten von Holunder, wobei Schwarzer Holunder (Sambucus nigar) und Roter Holunder (Sambucus racemosa), auch Trauben- oder Hirschholunder genannt, zu den bei uns bekanntesten Sorten zählen. Neben den essbaren Sorten gibt es ungenießbare Exemplare wie den Zwergholunder (Sambucus ebulus). Er wird auch Attich, Ackerholunder oder wilder Holunder genannt und ist giftig. Attich wächst nicht als Strauch oder Baum, sondern als kleinere Staude, die nicht verholzt. Seine Blätter sind schmaler und riechen unangenehm. Schwarzer und roter Holunder wächst hingegen als Baum oder großer Strauch. Er erreicht meist eine Höhe von etwa drei bis fünf Meter. Er wächst gerne an halbschattigen Orten und ist häufig an Waldrändern, auf Wiesen und in Gärten anzutreffen.

Die stark duftenden weißen bis geblichen Holunderblüten hängen in schweren Dolden an den stark verzweigten, weit ausladenden Ästen. Diese werden ab Ende Mai bis Ende Juni gesammelt und schonend getrocknet. Wenn der Sommer seinen Höhepunkt erreicht hat, beginnen die Beeren zu reifen und bekommen ihre unverwechselbare schwarz blaue Färbung. Es ist wichtig, dass Holunderbeeren möglichst reif geerntet werden, um in den vollen Genuss der wirksamen Heilstoffe zu kommen. Unreife Beeren sind nicht bekömmlich.

Blüten und Beeren sind wahre Tausendsassa

Die Holunderblüten und die Beeren enthalten eine Vielzahl von wirksamen Inhaltsstoffen. Hierzu zählen unter anderem sekundäre Pflanzenstoffe, wie Polyphenole, Flavonoide, ätherische Öle, Carotinoide, Gerbstoffe, Glycoside, Schleimstoffe und Vitamin A, B und C.

Der schwarze Holunder gilt ganz besonders als entzündungshemmend und schweißtreibend. Weiters wirkt er blutreinigend und blutstillend, krampflösend, pilztötend, schleimlösend und anregend. Er soll milchbildend wirken, weshalb ihn nicht zuletzt stillende Mütter schätzen. Gleichermaßen wird er zur Stärkung des Immunsystems und zur Hautpflege verwendet. In der Homöopathie wird Sambucus nigra zur Aktivierung der Abwehrkräfte und zur Vorbeugung, insbesondere von Erkältungskrankheiten und Schnupfen, verabreicht.

Wegen der wassertreibenden Wirkung kann man Holunder zudem bei leichten Harnwegsinfekten einsetzen, da er harntreibend wirkt und die Nierentätigkeit anregt. Allerdings ist hier Vorsicht geboten, da die Rinde und die Wurzel zu Magen- und Darmreizungen führen kann. Sie enthalten eine größere Menge des schwach giftigen Sambunigrin.

Heilmittel bei Erkältungen oder Grippe

Schwarzer Holundersaft sowie Tees aus Holunderblüten sind beliebte Hausmittel und werden gerne bei grippalen Infekten und Erkältungen eingesetzt. Vorbeugend kann damit das Immunsystem gestärkt werden. In den Früchten sind reichlich die Vitamin B und C enthalten. Anthocyan verleiht den Holunderbeeren ihre intensive dunkelrote, oft violette Farbe. Zudem sind die etwa fünf Millimeter großen Beeren reich an verschiedenen Mineralstoffen, wie beispielsweise Kalium und Eisen. Anthocyane sind sehr temperatur- und lichtempfindlich, weshalb sich die empfindlichen Beeren bei Zimmertemperatur auch nur ein paar Tage halten. Deshalb ist es wichtig die Blüten und Beeren nach der Ernte möglichst rasch zu verarbeiten. Zur Not können Holunderbeeren im Gemüsefach im Kühlschrank bis zu zwei Wochen gelagert werden.

Gepflegte Haut dank Holunder

Laut Volksmedizin helfen die Blätter des Holunders bei kleineren Hautentzündungen und Wunden. Klein geschnitten und zerquetscht legt man sie, in ein sauberes Tuch gehüllt, als Kompresse auf die Haut. Salben oder Tinkturen aus Holunderblüten helfen bei leichten Verbrennungen sowie rauer und rissiger Haut. Gleichermaßen lassen sich kleine Schnitte und Verletzungen sich damit behandeln.

Aufgrund des hohen Gehaltes an sekundären Pflanzenstoffen und Antioxidantien verwenden immer mehr Hersteller von Naturkostmetik Holunderprodukte. So hat beispielsweise Holunderkernöl auf unreine, irritierte Haut einen entzündungshemmenden Effekt und Holunderblütenextrakt eine beruhigende und reinigende Wirkung.

Roh nicht bekömmlich

Die Beeren sollte man nicht roh verzehren, da sie leicht giftig sind. Sie enthalten mehrere Glycoside (darunter vor allem Sambunigrin und Prunasin) und Lektine und können insbesondere bei Kindern oder sehr sensiblen Personen zu Übelkeit, Schwindel, Bauchkrämpfen und Erbrechen führen. Aus diesem Grund müssen die Beeren am besten gekocht beziehungsweise erhitzt werden, da die Hitze die Giftstoffe zerstört und die Früchte bekömmlich macht. Verwendet werden schwarzer und roter Holunder. Beim roten Holunder müssen die Kerne nach dem Kochen zusätzlich ausgefiltert werden. Sie enthalten auch nach dem Erhitzen Giftstoffe und können dadurch Durchfall und Magenbeschwerden verursachen.

Anthocyane als echtes Powermittel

Hochwertige Extrakte aus Holunderbeeren enthalten einen sehr hohen Anteil an wirksamen Flavonoiden, wie beispielsweise Anthocyane.

Bei Anthocyanen handelt es sich um wasserlösliche Pflanzenstoffe, die im Zellsaft der Pflanzen vorkommen und ihnen ihre dunkle, intensive blau violette Farbe verleihen. Die schützende Wirkung dieser Antioxidantien vor Schädigungen von Erbsubstanzen und Proteinen wird in zahlreichen Studien erforscht. Man schreibt dem Holunder Wirkung als Schutz vor freien Radikalen zu, sodass Körperzellen vor Zellgiften geschützt werden könnten. Sie wirken sich überdies auf den Cholesterinstoffwechsel positiv aus. Die Holunder Wirkung auf LDL-Cholesterin und den Blutdruck ist ebenfalls Inhalt verschiedener Studien.

Viele Forschungen über Heilwirkung

Gemeinsam mit den enthaltenen Polyphenolen zeigen Anthocyane einen zellbeschützenden Effekt und helfen die Gewebeschäden, die durch oxidativen Stress entstehen können, zu reduzieren. Freie Radikale spielen als Mitverursacher bei Krebs-, Gefäß- und Herzerkrankungen eine Rolle. Radikalfänger und Antioxidantien unterstützen den Körper bei der Bekämpfung solcher freien Radikale. Forschungsergebnisse der letzten Jahre weisen auf eine positive Auswirkung dieser sekundären Pflanzeninhaltsstoffe und den gesundheitlichen Nutzen hin.

Vielversprechende erste Ergebnisse hinsichtlich der Inhaltsstoffe gibt es auch aus der Forschung über Diabetes. Es existieren hoffnungsvolle Ansätze, dass Holunder dazu beiträgt wieder mehr körpereigenes Insulin zu produzieren. Die Resultate der Forschung dürfen jedenfalls mit Spannung erwartet werden.

Holunder als Virenkiller

Die Blüten des Holunders stehen den Beeren in ihrer Wirkung nicht nach. Sie werden in erster Linie getrocknet als Tee verwendet. Sie dienen vor allem als Hilfsmittel bei Infektionen der oberen Atemwege. Traditionell verwendet man sie bei Erkältungen, Husten, Katarrhen und Kehlkopfentzündungen. Die Blüteninhaltsstoffe besitzen eine antivirale Aktivität und wirken leicht entzündungshemmend. Zudem sind sie harn- und schweißtreibend, weshalb sie gerne für Schwitzkuren verwendet werden. Als Hausmittel fördern sie die Schleimsekretion, was das Abfließen von stockendem Schnupfen und das Abhusten erleichtert. Aus ersten Pilotstudien geht hervor, dass die Inhaltsstoffe des Holunders gegen Grippeviren wirken. Insbesondere Holundersirup aus den Blüten soll hier eine hervorragende Wirkung entfalten. In diesen Forschungen liegt sicherlich noch großes Potential.

Die Blüten werden in der Volksmedizin verschiedensten Teemischungen zugesetzt und auch gerne als Rheumatee getrunken. Schwellungen oder leichten Entzündungen im Mund- und Rachenraum soll Holunderblütentee als Gurgelwasser lindern.

Vielseitige Heil- und Küchenpflanze

Nebenbei zählt Holunder zu den Klassikern aus der Küche. Aus den Blüten und Beeren lässt sich hervorragender Holundersaft oder Holundersirup kochen. Holundersaft ist nicht nur sehr durstlöschend, sondern zusätzlich entschlackend und harntreibend. Die Beeren enthalten viel Wasser, wodurch sie relativ kalorienarm sind. Aus den Blütendolden wird, in einer Art Omletteig in Öl herausgebacken, eine besondere Spezialität, die nebenbei noch gesund ist. Aus den Blüten lässt sich genauso gut ein schmackhaftes Holunderblütengelee zaubern. Oft wird mit den Blüten auch ein Schnaps angesetzt oder sie werden zu Holundersekt verarbeitet.

Egal ob Holundersaft, Holundersirup oder Holundermarmelade, in der Küche ist Holunder vielseitig einsetzbar und mindestens genauso beliebt, wie als Heilplanze.

Video: Holunder | Pflanzliche Heilmittel

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