Was ist Superfood?

Was ist Superfood?

Gesünder leben und sich dabei gesünder ernähren wird für Jung und Alt immer wichtiger.  Gefragt sind Nahrungsmittel, die gut schmecken und gesund sind.  Superfood soll beides schaffen, aber was ist Superfood überhaupt?

In diesem Artikel erklären wir, was unter Superfood verstanden wird. Anhand  von 7 Superfood Beispielen erklären wir konkret, was ein Lebensmittel zum Superfood macht.

Neben einem gelungenen Beitrag vom SWR über Superfood gibt es abschließend ein kleines Fazit zum Thema.

Was ist Superfood?

Generell handelt es sich bei dem Begriff "Superfood" um einen Marketingbegriff, welcher Lebensmittel mit einem - angeblichen - Gesundheitsvorteil beschreibt. Wichtig zu betonen ist aber, dass es sich beim Superfood um natürliche, nicht von der Industrie hergestellte, Produkte handelt. Dementsprechend werden heute Lebensmittel als Superfood bezeichnet, die bereits seit Jahrzehnten in den Supermärkten erhältlich sind.

Grundsätzlich lässt sich sagen, dass Superfoods mehr können als normale Lebensmittel. Sie liefern dem Körper eine erhöhte Menge von mehreren Nähr-, Wirk- oder Vitalstoffen, welche sonst über ein Lebensmittel nicht zu sich genommen werden könnten.

Trotz der gestiegenen Popularität von Superfood in den letzten Jahren, existiert keine fachliche Definition des Begriffs. Das hat zum Nachteil, dass der Begriff "Superfood" von jedem Hersteller willkürlich für seine Produkte verwendet werden kann.

Was sind die Vorteile von Superfood?

Die Vorteile von Superfood sind vor allem im gesundheitlicher Natur. Je nach Superfood hält dieses den Körper frei von schädlichen Zellen, mindert Krebsrisiko, andere sollen den Blutdruck senken oder Stress vermindern.

Leider sind einige dieser positiven Eigenschaften dieser Lebensmittel nicht wissenschaftlich nachgewiesen. Nichtsdestotrotz gilt auch hier der Spruch "Man ist so gesund, wie man sich fühlt". Wer sich durch den Konsum von Superfood gesünder, fitter oder stressfreier fühlt, dem helfen Superfoods offensichtlich.

Trotzdem sollten die Kunden beim Konsum von Superfood die wissenschaftlichen Erkenntnisse hinter den Berichten sorgfältig betrachten, um Tatsachen und Medienrummel voneinander zu unterscheiden.

Im Folgenden werden 7 verschiedene Superfoods und ihre positiven Eigenschaften vorgestellt.

7 Beispiele für Superfood

Heidelbeere

Die Heidelbeere, auch Blaubeere, Schwarzbeere oder Heubeere genannt, ist seit Jahrhunderten auch in Deutschland zu finden. Mittlerweile ist die Heidelbeere als ein Superfood bekannt, da sie sich durch eine sehr hohe Konzentration einer Antioxidantiengruppe (vor allem der Anthocyane) auszeichnet. Die hohe Konzentration hemmt nach wissenschaftlichen Berichten das Wachstum krebsartiger Dickdarmzellen und soll diese sogar abtöten.

Zudem sind Heidelbeeren reich an weiteren Antioxidantien, welche in Labortests Gedächtnisschwund vorbeugen und diesen sogar umkehren konnten. Diese Tests stehen allerdings noch am Anfang.

Das viele Superfoods über Antioxidantien verfügen liegt daran, dass diese Antioxidantien Moleküle sind, welche die Körperzellen vor freien Radikalen schützen können. Zu viele dieser freien Radikalen im Körper, welche zum Beispiel durch Alkohol oder Zigarettenrauch ausgelöst werden, können im Körper oxidativen Stress auslösen, welcher dann zu Zellschäden führen kann, die Krankheiten wie Diabetes, Krebs oder Herzerkrankungen begünstigen.

Heidelbeeren kann man als Obst snacken, aus ihnen ein Eis zubereiten, einen Shake oder Smoothie mixen oder sie zu Pfannkuchen genießen.

Roher Kakao

Laut dem Autor und Experten für Superfood David Wolfe, ist Kakao das vitalstoffreichste, hochwertigste und komplexeste Nahrungsmittel, welches der Mensch je entdeckt hat. Die Kakaobohne verfügt genau wie die Heidelbeere über eine sehr große Konzentration an Antioxidantien (30x mehr als grüner Tee und so viel wie keine andere Pflanze). Zusätzlich enthält Kakao eine große Menge an Eisen, Magnesium und Chrom. Kakao wirkt sich positiv auf das Blutbild und den Knochenbau aus und hebt als natürliches Aphrodisiakum die Energie.

Man kann die Rohkost Kakao entweder in Pulverform oder als kleine Stückchen kaufen und diese zum Beispiel in seinen Smoothie mixen oder mit Kokosmilch als heiße Schokolade genießen.

Goji-Beeren

Goji-Beeren sind in Europa noch recht unbekannt, in China werden sie aber seit über 5000 Jahren in der traditionellen Medizin eingesetzt. Dort haben sie den Ruf, kraftspendend und lebensverlängernd zu sein. Diese rote Beere enthält 18 unterschiedliche Aminosäuren, alle acht essentiellen Fettsäuren, 21 Spurenelemente, eine hohe Antioxidantienmenge, Eisen und zahlreiche Vitamine. Diese Beeren lassen sich also aufgrund ihrer immensen positiven Eigenschaften tatsächlich zu Recht als Superfood bezeichnen.

Goji-Beeren kann man meist getrocknet kaufen (so zum Beispiel auch bei Amazon) und sie so direkt, ähnlich wie Rosinen, direkt ins morgendliche Müsli mischen. Man kann sie zusätzlich aber auch in einem Smoothie verwenden, als Salatgarnitur nutzen oder einfach so als Snack naschen.

Chia-Samen

Chia-Samen sind in Deutschland momentan der Inbegriff für Superfood. Die kleinen Samen fanden erst vor Kurzem den Weg nach Deutschland und in die Küche von Superfood-Enthusiasten, wurden von den Mayas und Azteken in Südamerika aber schon vor tausenden von Jahren als Nahrungsmittel verwendet.

Chia-Samen haben unter allen pflanzlichen Nahrungsmitteln den höchsten Anteil essentieller Omega-3-Fettsäuren. Sie haben doppelt so viel Eiweiß wie andere Samen und verfügen zudem über die dreifache Menge an Antioxidantien wie die Heidelbeere. Zusätzlich verfügen sie über einen sehr hohen Anteil an Kalium, Eisen und Calcium. Besonders sind Chia-Samen aber auch durch ihre Quelleigenschaften und den hohen Anteil an Ballaststoffen (über 30%). Übergießt man Chia-Samen mit Wasser, werden die Samen zu einer puddingartigen Masse, was zu einer Gewichtsverzehnfachung führt.

Chia-Samen kann man daher auch in das morgendliche Müsli integrieren oder die bindenden Eigenschaften für einen Smoothie nutzen. Zusätzlich kann man Chia-Pudding und Chia-Marmelade herstellen.

Chia-Samen haben in den letzten zwei Jahren einen immensen Siegeszug durch Deutschland angetreten, was aufgrund der Inhaltsstoffe wenig verwunderlich ist. Chia-Samen lassen sich ebenso wie die Goji-Beeren ganz einfach online bestellen.

Hanfsamen

Da Hanfsamen aus bis zu 33% reinem verdaulichem Eiweiß bestehen, sind sie die reichhaltigste natürliche Quelle an pflanzlichem Protein. Zusätzlich verfügen Hanfsamen über eine hohe Konzentration an Vitamin E, Eisen und Omega-3-Fettsäuren.

Hanfsamen kann man genau wie Chia-Samen zum Müsli hinzufügen oder es direkt zum Salat geben.

Kokosnuss

Die Kokosnuss hat den Vorteil, dass man aus ihr zahlreiche Produkte gewinnen kann, die einzeln schon hervorragende Eigenschaften aufweisen. So gibt es zum Beispiel Kokosmilch, Kokosmehl, Kokosraspeln oder Kokosöl.

Lange Zeit wurde vermutet, dass Kokosöl aufgrund des hohen Anteils an gesättigten Fettsäuren eher ungesund sei. Mittlerweile steht aber fest, dass die enthaltenden Caprin-, Carpyl- und Laurinsäuren sehr viele gesundheitsfördernde Eigenschaften aufweisen, die Verdauung normalisieren und das Immunsystem stärken.

Die Kokosnuss ist zudem reich an Vitamin E sowie an allen B-Vitaminen, an Kalium, Magnesium, Calcium, Phosphor, Mangan, Eisen, Zink und Kupfer. Eine wahre Supernuss also.

Weiterhin hat die Kokosnuss den Vorteil, dass sie aufgrund ihrer zahlreichen "integrierten Produkte" sehr vielfältig zum Einsatz kommen kann.

Açaí-Beere

Die Açaí-Beere stammt wie auch die Chia-Samen aus Südamerika, genauer gesagt aus dem Amazonas Regenwald. Die Beere ist sehr gesund und verfügt neben zahlreichen Vitaminen, Mineralstoffen, Spurenelementen und Ballaststoffen auch an einer großen Menge Antioxidantien.

In den USA hat die Beere bereits einen Kultstatus erreicht, in Deutschland ist sie langsam angekommen und verbreitet sich immer weiter. Käuflich zu erwerben ist die Beere aufgrund ihrer schnellen Verderblichkeit oftmals als Fruchtmus oder als Pulver. Die Einsatzmöglichkeiten sind damit schier unendlich.

Lohnt sich der Kauf von Superfood?

Das ist die entscheidende Frage: Lohnt sich der Kauf von Superfood?

Die Frage ist nicht einfach zu beantworten. Zuerst sollte sich der Käufer darüber im Klaren sein, was er mit diesem Superfood bezwecken möchte. Benutzt man das Superfood im Zuge einer Ernährungsumstellung und hat als Ziel, sich gesünder zu ernähren und Sport zu machen, tragen auch diese Superfoods zu einer positiven Entwicklung bei. Es sind schließlich alles Naturprodukte. Ist das Ziel aber eine alternative Krankheitstherapie sollte man vorsichtig sein, nicht zu viel in die Wirkkraft dieser Beeren und Samen zu vertrauen.

Hinzu kommt, dass der Kauf von manchem Superfood recht teuer ist, anderes wiederum ist sehr günstig. Chia-Samen kosten pro Kilogramm um die 10€, Açaí-Beeren und Goji-Beeren das doppelte. Heidelbeeren oder Hanfsamen zum Beispiel sind recht günstig zu bekommen.

Ob sich der Kauf von Superfood lohnt, muss also jeder Kunde für sich selber entscheiden.

Video "Superfoods: Was bringen die Wundernahrungsmittel?"

Fazit

Wie bereits erwähnt, gibt es auf die Frage "Was ist Superfood?"  keine wissenschaftliche Antwort, sondern es handelt sich um einen Marketingbegriff. Grundsätzlich gilt daher, dass der Kunde sich im Internet oder in einem der zahlreichen erschienenen Bücher über Superfoods über die tatsächlichen gesundheitlichen Auswirkungen des Konsums der Produkte informieren sollte.

Denn wie immer, wenn es unter einem bestimmten Schlagwort gerade besonders viel Geld zu machen gibt, gibt es auch in dem großen Sortiment an Superfoods faule Eier, die den Begriff nur tragen, weil man damit viel Geld verdienen kann.

Grundsätzlich sollte eine gesündere Ernährung das Ziel eines jeden sein. Ob man dieses Ziel mit Hilfe von Superfoods oder ohne erreichen möchte, bleibt jedem selber überlassen. Man kann sein Geld sicherlich für weniger sinnvolle Dinge ausgeben.

Wenn zu Superfoods gegriffen wird, sollte darauf geachtet werden, diese auch in Bio- und zertifizierter Rohkostqualität zu kaufen, da man dann davon ausgehen kann, dass die Enzyme auch da geblieben sind, wo sie hingehören, nämlich in den Lebensmitteln.

​Habt ihr schon einmal Superfood probiert? Wie ist eure Meinung zu Superfood? Wir freuen uns auf eure Kommentare.

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