Ist Dinkelkleie gesund?

Dinkelkleie gesund

Lange Zeit war Dinkel (Triticum spelta), ein Spelzgetreide wie auch Gerste und Emmer, in Vergessenheit geraten. Das mutet zunächst etwas seltsam an. Denn schließlich wusste schon Hildegard von Bingen, dass das Dinkelgetreide (besonders die Dinkelkleie) für die Menschheit zu den gesündesten Lebensmitteln zu zählen ist.

Und siehe da: Seit einigen Jahren feiert dieses Korn, das aus botanischer Sicht mit dem Weichweizen (Triticum aestivum) verwand ist, seine wohlverdiente Rückkehr ins Gedächtnis der Menschen.

Der Dinkelkleie wird eine harmonisierende Wirkung auf den Organismus, besonders auf den Darm, nachgesagt. Und auch bei Nahrungsmittelallergien gilt der Dinkel als sehr gut verträglich, obwohl er wie alle Getreidearten zu den Säurebildnern gehört. Doch dazu später mehr.

Es heißt, dass bereits die Ägypter vor ca. 8.000 Jahren Dinkel in Franken und Baden-Württemberg angebaut haben. Daher auch der Name Schwabenkorn. Später hat sich das Korn durch die zahlreichen Völkerwanderungen nach Mittel- und Nordeuropa verbreitet.

Bei der Dinkelkleie handelt es sich um Getreidereste wie die äußere Hülle und andere Rückstände, die bei der Mehlproduktion anfallen. Unsere Großmütter bzw. Urgroßmütter kennen noch alte Getreidemühlen, in denen es einen Beutelsack für das feine Mehl und einen „Kleiekotzer“ für die groben Reste inklusive der Kleie gab.

Oft sind in der als damals Dinkelkleie gesündere Bestandteile enthalten als im eigentlichen Mehl. Deswegen handelt es sich bei Kleine heute auch nicht mehr wie in früheren Zeiten um ein Abfallprodukt oder Futtermittel für die Tiere. Durch moderne ernährungsphysiologische Untersuchungen wurde herausgefunden, dass die Kleie ein wertvolles Lebensmittel ist.

Abschließend zu dieser kurzen Einführung sei dir gesagt, dass der Dinkelspelt eine Schutzhülle bildet, die in dieser Form bei anderen Getreidearten nicht bekannt ist. Diese Schutzhülle schützt das Getreidekorn vor äußeren schädlichen Umwelteinflüssen. Diese Tatsache kommt der Dinkelkleie auch bei der Verarbeitung zugute. Und letztendlich profitieren du und deine Gesundheit von einem nährstoffreichen Produkt.

Wie gut, dass wir uns wieder unseren schlauen Vorfahren zugewandt haben und deren Wissen für die heutige Zeit mit all ihren Anforderungen an unseren Organismus und damit an unsere Gesundheit nutzen.

Doch stellen wir uns der Frage: „Ist Dinkelkleie gesund?“

Fest steht, das Dinkelkleie die Verdauung fördert. Mit ihrem hohen Gehalt an Ballaststoffen regt sie die Darmbewegungen an und hilft beim Transport der Nahrung im Darm. Durch den hohen Ballaststoffgehalt werden die Nährstoffe zudem besser aufgenommen. So kann einer Verstopfung oder einem Durchfall erfolgreich vorgebeugt werden.

Wer einen zu hohen Cholesterin- und Blutzuckerspiegel hat, sollte Dinkelkleie in seinen Speiseplan täglich einbauen. Die Ballaststoffe des Dinkelkorns übernehmen eine zweite, sehr wichtige Aufgabe. Sie helfen, überschüssiges Cholesterin, das mit der tierischen Nahrung aufgenommen wurde, im Körper zu binden.

Ein warmer Getreidebrei (Porridge) zum Frühstück ist lt. Hildegard von Bingen als Frühstück besser als etwas kaltes. Dinkelkleie ist dafür besonders geeignet und schmeckt in Verbindung mit frischem Obst auch super lecker, sättigt für mehrere Stunden und reguliert bzw. senkt gleichzeitig den Cholesterin- und Blutzuckerspiegel. Kalorienarm kombiniert setzt auch rasch der Abnehm-Effekt ein.

Dinkelkleie enthält viel Zink und Eisen und kann somit die Durchblutung verbessern. Beide Mineralstoffe sind enorm wichtig, damit ausreichend rote Blutkörperchen gebildet werden und die Blutzirkulation im Fluss bleibt. Werden mehr rote Blutkörperchen gebildet, wird der Organismus besser mit Sauerstoff versorgt.

Daraus resultiert, dass dein Energielevel steigt, die Verdauung sich verbessert und bestehende Wunden schneller heilen. Auch das Haarwachstum kann sich im Laufe einer verbesserten Blutzirkulation regenerieren. Durch das enthaltene Eisen können auch die Symptome einer Anämie gelindert werden.

Eine hormonelle Regulation Dank Dinkelkleie ist seit längerem bereits bekannt. Verantwortlich dafür ist das enthaltene Niacin, dass zu den B-Vitaminen gehört. Niacin ist maßgeblich an der Hormonproduktion in den Nebennieren beteiligt.

Eigentlich sollte man immer daran denken, wie wichtig das Hormonsystem mit seinen Funktionen ist, damit wir gesund bleiben. Denn durch den übermäßigen Verzehr tierischer Produkte gerät unser Hormonhaushalt ganz schön durcheinander.

Unsere Knochen brauchen ständig Kalium, Kalzium und weitere Nährstoffe. Und die sind in Dinkelkleie mit hoher Verfügbarkeit enthalten. Ohne sie kann kein Knochengewebe aufgebaut werden, was in vielen Fällen als ein Symptom für Osteoporose angesehen werden kann.

Mit der Kleie des Dinkelkorns kann, insbesondere in Verbindung mit Dinkel,- Soja- oder Hafermilch, dieser Krankheit, bei der sich der Knochen immer mehr abbaut, entgegengewirkt werden.

Wie wichtig ein starkes Immunsystem ist, weiß wohl mittlerweile jeder. Mit dem in der Dinkelkleie enthaltenen Thiamin, das auch zur Gruppe der B-Vitamine gehört, kann sich das Immunsystem verbessern.

Thiamin besitzt die Eigenschaft, Verteidigungsmechanismen des Körpers zu stimulieren. Gleichzeitig kann Thiamin unterstützend eingreifen, wenn Stress und Angstzustände reduziert werden sollten.

Du leidest an Diabetes; Dann solltest Du wissen, dass diese mit Dinkelkleie kontrolliert werden kann.

Ungefähr 7 Millionen Menschen sind alleine in Deutschland an Diabetes erkrankt. Ca. 95% von ihnen an Diabetes Typ II. Dabei lässt sich Diabetes komplett vermeiden. Nur weiß das kaum jemand. Die Ursache ist nämlich eine fettreiche tierische Nahrung.

Eine Umstellung auf eine kohlehydratreiche und am besten vegane Ernährung kann zur Gesundung beitragen. Die von Diabetes verursachten Symptome können mit Dinkelkleie und den enthaltenen Ballaststoffen gelindert werden.

Dank der geringen Werte an Allergenen und einem hohen Ballaststoffanteil ist Dinkelkleie sehr gut für Allergiker geeignet. Das enthaltene Gluten ist nämlich um ein Vielfaches besser verträglich als das von Weizen oder Weizenkleie.

Wichtig für den gesunden und wohltuenden Verzehr ist eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr. Am besten in lauwarmen Wasser einweichen und quellen lassen. Dinkelkleie kann und dass musst du wissen, um ein vielfaches des Eigengewichts an Flüssigkeit aufnehmen.

Wie sieht es mit den Nährwerten von Dinkelkleie aus?

Vitamine und Mineralien:

  • Thiamin B1 0,64 mg
  • Niacin B3 22,1 mg
  • Eisen 10,5 mg
  • Magnesium 485 mg
  • Phosphor 1440 mg
  • Zink 7,6 mg
  • Salz weniger als 0,01 g
  • Protein 16 g

Nährwerte auf 100 Gramm bezogen:

  • Energie kj/kcal 1.108/267
  • Fett 6,8 g (1,1 g als gesättigte Fettsäuren)
  • Kohlenhydrate 17 g (3,4 g in Form von Zucker)
  • Ballaststoffe 45 g (Weizenkleie 32 Gramm)
  • Eiweiß 16 g
  • Salz weniger als 0,01 g

Die Ermittlung der Nährwerte erfolgte mittels Analyse.

Wichtige Kriterien für den richtigen Einkauf

Achte immer darauf, dass die Dinkelkleie frei von Gentechnik ist und ohne Aromen und Farbstoffe sowie ohne Konservierungsstoffe hergestellt wurde. Zudem sollte die Kleie keinen Raffinadezucker enthalten (ungesüßte Kleie). Dass es sich um ein rein pflanzliches Produkt handeln muss, versteht sich eigentlich von selbst.

Was ist unter Low-Carb mit Dinkelkleie zu verstehen?

Low-Carb steht für kohlenhydratreduziert im Rahmen einer Diät oder einer Ernährungsumstellung. Auch im Rahmen einer Therapie bei Stoffwechselerkrankungen sowie zur Prophylaxe (Vorbeugung) ist die Low-Carb-Ernährung angesagt.

Du musst für diese Ernährungsform wissen, dass die täglichen Mahlzeiten überwiegend aus einer abwechslungsreichen Gemüseauswahl, Milchprodukten, Fisch und Fleisch besteht. Die Fette und Proteine ersetzen die eingesparten Kohlenhydrate. Die Höhe der empfohlenen Energiezufuhr ist dabei abhängig von der Form der ausgewählten Low-Carb-Ernährung.

Bei der ketogenen Diät ist der Anteil an Kohlenhydraten beispielsweise auf fast Null reduziert. Der Grenzwert zwischen der Low-Carb-Ernährung und der ketogenen Diät beziffert sich auf 30-50 g Kohlenhydrate täglich.

Bei der Logi-Methode hingegen wird lediglich auf die Zufuhr von solchen Kohlenhydraten geachtet, die einen hohen glykämischen Wert aufzeigen. Hier bietet sich die Dinkelkleie im Vergleich mit Weizenkleie für diese Ernährungsformen an.

Wie kannst du Dinkelkleie verwenden?

Dinkelkleie kannst du sehr gut deinem Müsli beimischen. Auch als Porridge bzw. als Beimischung in einem Haferbrei entfaltet Dinkelkleie seine volle Nährstoffpalette. Versuche doch mal selber, ein leckeres Dinkelbrot mit Dinkelkleie zu backen.

Auch Brötchen mit Mohn bzw. Sesam bestreut sind eine leckere und gesunde Überraschung. Gerne kannst du Rosinen bzw. Nüsse oder Mendeln mit in den Teig geben. Die herzhafte Variante sind zum Beispiel leckere Käsebrötchen.

Auch leckere Plätzchen, vor allem jetzt zur Weihnachtszeit oder für einen Geburtstag, sind schnell und unkompliziert gebacken.

Und noch etwas Tolles zum Abschluss

Mit Dinkelkleie kannst du auch deine Haut auf gesunde Weise verwöhnen. Die Kleie ist nämlich einerseits ein hervorragendes Peeling, das deine Haut gar nicht reizt und andererseits eine tolle Maske für ein klares Hautbild.

Angerührt mit Quark oder Joghurt plus ein wenig Honig oder einem Eigelb kannst du auch eine nährstoffreiche Haarmaske herstellen, mit der du zugleich deine Kopfhaut für eine gute Durchblutung massieren kannst.

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